Siemensstern – Wie nutzt man ihn richtig?

Siemensstern

Der Siemensstern ist das optimale Hilfsmittel, um die Schärfe auch in kritischen Situationen sicher beurteilen zu können oder das Auflagemaß einer professionellen Videokamera korrekt einzustellen.

SiemenssternAchten Sie zum Einstellen der Schärfe auf den Mittelpunkt des Siemenssterns. Das Umfeld wird mehr oder weniger grau abgebildet, weil das Übertragungssystem die einzelnen Linien nicht mehr sauber voneinander trennt.  Drehen sie so lange an der Schärfe, bis dieser graue Bereich so klein wie möglich ist. Dann haben Sie die Schärfe optimal eingestellt.

Der Siemensstern eignet sich auch dazu, um das Auflösungsvermögen Ihrer Übertragungskette zahlenmäßig zu erfassen und so vergleichbar zu machen. Als Maß dient die Grenzortsfrequenz, die in Linienpaaren pro Millimeter (Lp/mm) angegeben wird. Sie wird bei einem Siemensstern dort erreicht, wo die Linien nicht mehr sauber voneinander getrennt wiedergegeben werden und statt dessen Moiré-Effekte sichtbar sind.

Bedenken Sie, dass Sie immer das schwächste Glied in der Übertragungskette messen. Wenn Sie zum Beispiel das Auflösungsvermögen Ihres HD-Camcorders ermitteln möchten, benötigen Sie als Wiedergabegerät einen FullHD-Monitor. Der Kamerasucher oder auch ein kleiner Fieldmonitor lösen zu gering auf .  Sie würden das Auflösungsvermögen des Monitors und nicht das der Kamera messen.

Ortsfrequenz ermitteln

Ausgehend von dem Bereich, der gerade schon Moiré zeigt, messen Sie den Abstand zum Mittelpunkt des Siemenssterns. Den Wert (Radius in Millimetern), setzen Sie in folgende Formel ein:

Ortsfrequenz = Strahlenanzahl/(2 * Radius * pi)

Der downloadbare Siemensstern besitzt insgesamt 36 Strahlen. Angenommen, das Moiré tritt erstmals bei 3 mm Abstand zur Mitte auf, dann gilt:

Ortsfrequenz = 36/(2*3 *3,14) =1,91

Die Ortsfrequenz läge in unserem Beispiel also bei 1,91  Lp/mm.

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3 Kommentare zu Siemensstern – Wie nutzt man ihn richtig?

  1. Alois Bindernagel // 23. Mai 2014 um 8:44 // Antworten

    Die 3 Millimeter zur Mitte sind der Radius, der Durchmesser ist der doppelte Radius, die Ortsfrequemz müsste also nur die Hälfte sein.
    Grüsse
    Alois

  2. Hallo Alois,

    gut gesehen!

    Sowohl Formel, als auch Formulierung stimmten zwar. Es gab allerdings eine Diskrepanz zwischen Text (Ergebnis war der Radius) und Formel (gefordert war der Durchmesser), der zu Missverständnissen führen konnte. Ich habe das geändert, so dass es jetzt eindeutig sein sollte.

    Danke für Deine Mithilfe.

    Beste Grüße
    Stefan

  3. Zum berechnen der Ortsfrequenz fehlt noch der Einfluss des Abbildungsmaßstabes. Wenn ich das Auflösungsvermögen meines Druckers testen möchte kann ich ja direkt messen was bei raus kommt aber wenn ich das Auflösungsvermögen meines Camcorders bestimmen möchte muss ich ja im Prinzip Pixel zählen und mit dem Pixelpitch in Millimetern multiplizieren um hier auf die Ortsfrequenz zu kommen. Wenn ich das ganze an einem Full-HD Monitor testen möchte fehlt hier ja auch noch der Abbildungsmaßstab sonst bekomme ich bei 21″ und 70″ ja verschiedene Ergebnisse.

    Guter Artikel,
    viele Grüße Kai

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